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Ausbau des Parks zum
Abenteuerland durch Heinrich Koidl und Helmut
Schreiber
(1985 – 2002)
Das von Wendt’sche
Unternehmen erlosch am 25. März 1986. Das
Nachfolgeunternehmen unter der Geschäftsleitung von Peter Vohle firmierte
unter der Bezeichnung „Fort Fun Abenteuerland Betriebsgesellschaft mbH“
mit
Sitz in Bestwig-Wasserfall. Nach der Übernahme durch Heinrich Koidl und
Helmut Schreiber im Jahr 1985 wurde bereits ein Jahr später kräftig
investiert.
Neben der Marienkäferbahn von Zierer feierten auch vier transportable
Fahrgeschäfte und Attraktionen ihre Premiere im Abenteuerland. Hintergrund
der Änderungen war die Erkenntnis, dass dem Park Attraktionen fehlten.
Diese
mussten möglichst schnell zur Angebotsergänzung bereit gestellt werden.
Für Gruselfreunde gab es
die Geisterbahn „Ghost Castle“, die zuvor unter
Regie des niederländischen Schaustellers Moonen reiste. Heute findet man
die
Anlage vorwiegend auf norddeutschen Festplätzen, wo sie von Rico Rasch
betrieben wird. Ebenfalls im unteren Parkbereich zu finden waren mehrere
Karussells: Der Calypso „La Bostella“, dessen Erstbetreiber der
Schausteller
Mocken war und bis Mitte der 80er Jahre dann von Hirsch-Schäfer auf der
Reise betrieben wurde, bevor er im Fort Fun einen neuen Platz fand. Für
das
Adrenalinsuchende Publikum setzte ein Weber Traumboot von Koidl aus dem
Wiener Prater in das Abenteuerland um. Dieses stand in etwa an dem
jetzigen
Standort der unteren Station der Einschienenbahn Silent Move. Damit auch
die
Sparte „Show“ ausreichend bedient wurde, gastierte zusätzlich für einige
Zeit
der Zirkus Diana im Park.
Nachdem 1987 neben ein
paar Kinderfahrgeschäften und einer großen
Holzspielanlage der Firme HAGS keine weiteren Großinvestitionen getätigt
wurden, investierte der Park in den darauf folgenden Jahren umso mehr.
Einer
der eher seltenen Fliegenden Teppiche der Firma Weber drehte nun seine
Runden auf dem Platz, der heute das Riesenrad Big Wheel beherbergt. Der
Fliegende Teppich sollte nicht die einzige Neuheit in dieser Zeit bleiben
und so
wurden neben der Schiffsschaukel Pirat und einem 180°-Kino auch eine
Troika
von Huss eröffnet. Diese fand ihren Platz auf der jetzigen Fläche der Old
Mc
Donald Farm. Damit auch bei dem im Sauerland typisch schlechtem Wetter
Shows und Veranstaltungen ohne Probleme stattfinden konnten, erbaute man
zusätzlich eine Showhalle. In den ersten Jahren hieß diese noch
Hochsauerlandhalle und wurde erst später in Fort Fun Palace umbenannt.
Hinter der Halle befindet sich übrigens ein Blockhaus. In diesem hat
Helmut
Schreiber viele Jahre selber gewohnt. Heute wird dieses von Artisten und
Künstlern genutzt.
Damit sich Heinrich Koidl
bei seinen Parkaufenthalten im Abenteuerland auch
wohl fühlen konnte, wurde 1991 der Tiroler Platz mit einem originalen
Brunnen
neben der Wildwasserbahn errichtet und bietet seit dem eine große Auswahl
an Speisen. Sozusagen ein Stückchen Österreich im Sauerland. In diesem
Jahr erfuhren auch die beiden Super-Rutschbahnen, die mittlerweile den
Namen Power Slide trugen, durch die Firma Erbschloe & Co. GmbH einen
Komplettumbau. Die gesamte Fahrrinne wurde erneuert und die Kurven erhöht.
Auch der Streckenverlauf wurde an einigen Stellen verändert und durch
Schikanen erweitert. Zudem bekam die Anlage komplett neue und sicherere
Schlitten.
Pünktlich zu Saisonbeginn
1992 eröffnete das Mondial Riesenrad Big Wheel
und ist, durch den Berg auf dem es steht, angeblich das höchste Riesenrad
Europas. Ebenfalls begeisterte der englische Künstler Freddy Anthony die
Besucher des Abenteuerlandes mit seiner großen Magic Show im Fort Fun
Palace. Der Bau der Einschienenbahn Silent Move, welche bereits 1993
eröffnen sollte, hatte schon in dieser Saison begonnen, da die Anpassung
an
das Gelände aufwändig war. Es handelt sich schließlich um eine
Gebrauchtanlage, die ein halbes Jahr auf der Bundesgartenschau in
Stuttgart
ihre Dienste verrichtete. Doch leider verschob sich die Eröffnung der
Anlage bis
in das Jahr 1994. Eine weitere Attraktion, die schon eine Saison später
eröffnen sollte, war eine Kaffetassenfahrt. Doch diese Attraktion wurde
nie
realisiert. Neuerungen gab es trotzdem: Zum einen wäre da die Show „Das
Land des Lächelns“, welche auch in der darauf folgenden Saison im Park
gastierte. Zum anderen wurde mit dem Beverly Hills Drive eine neue Ära im
Park eingeleitet. Der Trend sollte in Zukunft weg von Kirmesfahrgeschäften
und
hin zu Attraktionen mit ansprechender Parkgestaltung gehen – der
Erwartungshaltung der Gäste folgend.
Glaubt man Parkplänen aus
dem Jahr 1990 war die bis dato größte
Neuinvestition in der Geschichte des Parks schon damals in Planung,
umgesetzt sollte sie allerdings erst 1995. Rio Grande – Der Fluss ohne
Wiederkehr, so der Name der neuen FAB/Bearrides Raftinganlage eröffnete im
Juni. Entworfen und gestaltet wurde sie vom Pariser Parkdesigner Emanuelle
Mongon, und dem Ingenieurbüro Eschenlohr aus Baden. Peter Vohle und der
Künstler Harry Knorrn reisten extra für die Gestaltung nach Mexico um sich
am Rio Grande inspirieren zu lassen und brachten drei Container voll mit
mexikanischer Dekoration nach Deutschland. Knorrn, auch unter dem Namen
Rudolf Harry bekannt, zog übrigens extra für die Gestaltung von Rio Grande
nach Ramsbeck. Dort wohnt er bis heute und hat seine Werkstatt in den
Betriebshallen des Abenteuerlandes. Diese wurden gemeinsam mit dem
Betriebsgelände der Firma Heines in Ramsbeck erworben. Damit verfügt der
Park seit dem Jahr 1995 über eine wetterunabhängige Werkstatt und
Lagerhalle. Der Zauberkünstler Mark O’Brien gastierte in diesem und dem
darauf folgendem Jahr sehr erfolgreich mit seiner Show „Magic Factory“ in
der
Showhalle. Leider verließ die Troika, die viele Jahre im unteren
Parkbereich
seine Runden drehte, den Park nach Ablauf der Saison.
Ein weiteres Highlight
wurde 1996 eröffnet. Auf dem Gelände des im Winter
1993 abgebrannten Steakhouse entstand die aufwendig thematisierte
Minenachterbahn Devil’s Mine von Vekoma. Diese wurde ebenfalls, wie schon
Rio Grande von Emanuelle Mongon entworfen und thematisch hervorragend in
die bestehende Landschaft eingebettet. Die Achterbahn an sich stammte aus
der Konkursmasse des finnischen Indoorparks Fanfaari, die Streckenführung
war jedoch anders als heute. Um besser in das vorhandene Gelände zu
passen, wurde sie von Vekoma und FAB angepasst. Ebenfalls zu dieser
Saison wurde das Traumboot durch den Roll Over erstetzt. Dieser wirbelte
bis
zur Saison 2005 und wurde im unteren Parkbereich ein Mal umgesetzt.
Während der Winterpause 1997/1998 machte der Roll Over ein
Auslandsgastspiel auf der Euro Fantasia im Nagoya Dome im japanische
Nagoya.
Die Stelle der Troika nahm
ab 1996 eine Berg- und Talbahn von Zierer namens
Feng Ju ein. Zudem wechselte der Wellenflieger wieder mal seinen
Standplatz
und wurde in der Westernstadt heimisch. Das häufige hin und her liegt
darin
begründet, dass mindestens vier verschiedene Wellenflüge im Park standen,
die alle nahezu identisch aussahen.
Im Jahr 1998 wurde der
bestehende Spider, der 1983 von CAH gebaut worden
war, gegen ein ähnliches Fahrgeschäft vom Typ Monster 3 (Schwarzkopf)
ausgetauscht. Dieses war zuvor unter dem Berliner Schausteller Purwin auf
der
Reise. Auch der Fliegende Teppich verließ den Park nach Ablauf dieser
Saison
und feierte 1999 mit Schausteller Finnendahl auf dem Hamburger
Frühjahrsdom wieder seine Premiere auf der Reise. Dort lagen auch die
Ursprünge des Teppichs, frühere Betreiber waren Bruch und Rieger. Als
weitere Neuheit präsentierte der Park 1998 Magier Dirk Losander und Clown
Rudi mit ihrer Magic-Show. Diese Show sollte auch im folgenden Jahr im
Programm bleiben.
Bereits ein Jahr später
wurde wieder kräftig investiert und so wurde das 180°-
Kino durch den Mondial Shake namens Thomahawk ersetzt. Dieser reiste
früher unter Regie von Rieger. An dieser Stelle sei erwähnt, dass über die
Verbindung Helmut Schreiber der Weg zwischen dem Fort Fun und FAB aus
Luxemburg nicht weit war. Da FAB mit Fahrgeschäften handelt (daher wohl
auch der häufige Wechsel bei den Wellenflügen) und Vermarkter von Mondial-
Fahrgeschäften war, erscheinen einige Investitionen des Fort Fun
wohlmöglich
ein wenig plausibler. Auch die 1999 eröffnete Old Mc Donald Farm mit
Farmtheater und Traktorbahn von FAB passt in diesen Rahmen. Bei dem
Theater handelt es sich um ein überdachtes Elektroniktheater der Firma
Hofmann, in dem die Geschichte des Bauers Old Mc Donald und seinen
Farmtieren erzählt wird, welche auf dem Farmgelände auf Öl gestoßen waren.
Für die Farm musste der Dragon auf seinen jetzigen Platz neben den Pirat
umziehen, auf dem zuvor der Fliegende Teppich beheimatet war.
Ebenfalls 1999 wurde nach aufwendiger Renovierung der Blockhütten das Davy
Crocktt Camp sowie der neue Haupteingang eröffnet, dessen Gestaltung
wiederum auf Imanginvest zurück geht. Geschäftsführer Peter Vohle verließ
das Abenteuerland in dierser Saison und Helmut Schreiber übernahm diesen
Posten als geschäftsführender Gesellschafter. Im Jahr 2000 präsentierte
Dirk
Losander zum dritten Mal seine aufregende und lustige Magic-Show. Dieses
Mal jedoch mit seiner Partnerin Luna.
Mit der Wild Wild West Show präsentierte das Fort Fun Abenteuerland 2001
erneut eine große Zaubershow im Fort Fun Palace. Diese thematisch passend
an den Wilden Westen angelehnte Show wurde von den Magic Orvellis
produziert und von dem damals erst 19 Jahre alten und auf großen Bühnen
noch unerfahrenen Richie Vallance alias Peter Münst gekonnt vorgeführt.
Neben der neuen Show wurde das Angebot in der Westernstadt um ein
Funhouse und eine Geisterbahn erweitert. Das italienische Fahrsystem des
Mystery Warehouse, so der Name der Geisterbahn, und auch die
mechanischen Elemente des Funhouse erwarb der Park gebraucht. Genau
genommen war es professionelle Resteverwertung von Material, das schon
länger in einem Container auf dem Parkgelände gelagert wurde. Der gesamte
Innenausbau von Mr. Shabby’s alter Lagerhalle übernahm der Park selber,
mit
Ausnahme der Animatronics. Diese wurden von der Firma Hofmann geliefert.
Auch den Bau des Funhouse Crazy Washhouse, welches den Besuchern
einen verrückten Waschgang nahe bringt, übernahm das Fort Fun selbst. Die
Storyline der beiden Attraktionen stammt, ebenso wie die
Warteschlangengestaltung und die Musik von Miro Gronau und Helmut
Schreiber.
Ein weiteres Projekt,
welches aber wieder in den Schubladen des Parks
verschwand, war die geplante und schon auf dem Parkplan angekündigte
Treteinschienenbahn Cyclo Heli. Diese sollte ihren Patz auf der freien
Fläche
des ebenfalls 2001 eröffneten Stüppelturms finden. Dieser wurde in
Kooperation mit einem großen deutschen Mobilfunkanbieter als kombinierter
Funk- und Aussichtsturm errichtet. Seine rote Farbe erhielt der Turm
übrigens
erst in der Saison 2002.
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