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Dark Raver
Fort Fun dreht durch

Mitte Dezember 2005 überraschte der sauerländer
Freizeitpark Fort Fun Abenteuerland seine Besucher mit der Ankündigung einer neuen Attraktion für die Saison 2006. Überraschend kam sie deshalb, weil der Park in der Saison 2005 mit dem Alpine Coaster Trapper Slider und dem Sky Glider Wild Eagle bereits groß investiert hatte und es für einen Park dieser Größenordnung nicht selbstverständlich ist, so kurz nach einander größere Neuheiten zu präsentieren.
 

Doch was verbirgt sich hinter Dark Raver? Im Zuge einer für Freizeitparkketten üblichen Ride Rotation wechselte der Round Up aus dem zur Compagnie-des-Alpes-Gruppe gehörenden niederländischen Avonturenpark Hellendoorn in das Abenteuerland. Dort sollte er als gewöhnlicher Round Up mit einfacher aber passender Indianerthematisierung im Freien seine Runden drehen. Doch die Verantwortlichen im Fort Fun gaben sich mit dieser Lösung nicht zufrieden und „erkämpften“ sich die finanziellen Mittel, um den Round Up als Indoorattraktion zu errichten.

Und so entstand auf dem Standort des Pferdekarussells Hoppla Hopp ein großer stählender Tempel. Das Pferdekarussell wechselte hierfür auf den Platz des ehemaligen Roll Over. Betritt der Besucher den Tempel, gelangt er durch einen engen aber unerwartet langen Gang direkt zur roten und mit Lichteffekten bestückten Gondel. Begleitet von dumpfen mystischen Klängen begeben sie sich zu ihren Plätzen in dem im UV-Licht leuchtenden Käfig. Der Fahrablauf eines Round Up ist ja bekanntlich nicht der abwechslungsreichste, wurde hier aber perfekt auf die extra für Dark Raver produzierte Musik und die verschiedensten Lichteffekte abgestimmt. Dadurch entsteht während der rund dreiminütigen Fahrt ein ganz neues Fahrerlebnis. 

Aber wer ist eigentlich Dark Raver? Dark Raver ist ein alter indianischer Medizinmann, der es vermag, durch einen rituellen Tanz einen großen Sturm zu erzeugen. Damit dies gelingen kann, benötigt er die Hilfe seiner Stammesmitglieder, in diesem Fall die Mitfahrer.

Zum Schluss sei festzuhalten, dass es das Fort Fun Abenteuerland trotz engem finanziellen Rahmen geschafft hat, eine Attraktion zu errichten, die in dieser Form ihresgleichen sucht und bei den Besuchern gut ankommt. Zudem wurde mit Dark Raver das Angebot für die doch zahlreichen Regentage um eine Attraktion erweitert.

Zu Dark Raver konnten wir Rascal Hüppe, Managing Director der Grévin Deutschland DmbH, einige Informationen entlocken.

Fanseite-FortFun: Seit dem 21. Juli diesen Jahres ist Dark Raver nun schon geöffnet. Wann erfuhren Sie von dem Neuzugang und warum wurde keine Attraktion aus dem Fort Fun genommen? Oder wird es in dieser Richtung zur nächsten Saison Veränderungen geben?
Rascal Hüppe: Nein, momentan ist nicht geplant, für 2007 eine Attraktion herauszunehmen. Dark Raver war in diesem Konzept seit Mitte 2005 im internen Gespräch.

FFF: Welche Firma war für den Transport und die technische Überarbeitung des Round Up verantwortlich?
RH: Transporteur war eine holländische Spedition, die Steuerung wurde von Bruno Knippschild an die neuen Bedürfnisse angepasst. Alles Weitere wurde von unserer technischen Abteilung in enger Zusammenarbeit mit dem TÜV Essen umgesetzt.

FFF: Wie kam es zu der Idee, den Round Up als Indoor-Attraktion zu präsentieren? Ein persönlicher Wunsch von Ihnen, einmal eine Attraktion zu entwerfen?
RH: Es fallen uns nicht viele weitere Rides ein, mit denen wir die Verbindung von rituellem Tanz und der Erzeugung von Sturm hätten vergegenständlichen können, denn darum geht es ja im Dark Raver. Von unseren Besuchern war eine Indoor-Attraktion explizit gewünscht. Es hat alles gut zusammengepasst: die Verfügbarkeit des Round up innerhalb der Gruppe, der Standort im indianischen Themenbereich, der Anspruch, einen originellen Dark-Ride als weiteres innovatives Ausrufezeichen zu setzen u.s.f.. Und was das schönste daran ist: Es kommt bei unseren Besuchern gut an!

FFF: Der Tempel hat ja ein sehr futuristisches Aussehen erhalten. War schon von Anfang an das stählerne Aussehen des Tempels geplant oder ergab sich dies erst während der Bauphase? Wurde bewusst versucht, einen Spagat zwischen traditioneller Indianerkultur und modernem Techno/Rave zu schaffen?
RH: Exakt, es ging uns von Beginn an darum, den rituellen Tanz unseres Schamanen „Dark Raver“ nicht im klassisch indianischen Kontext zu belassen. Wir empfanden es als äußerst reizvoll und zu uns passend, die Verbindung zur zeitgenössischen Tanzkultur zu finden. Dies ist uns mit relativ einfachen Mitteln und vielen guten Ideen gelungen.

FFF: Erwies es sich als schwer, für den Bau der Halle einen entsprechenden Hersteller zu finden? Warum fiel die Entscheidung auf die BMS Group?
RH: BMS haben ein hervorragendes Angebot abgegeben, dort fand man die Aufgabe, diese Einhausung vorzunehmen, sehr reizvoll.  Wir haben zu keinem Zeitpunkt die Entscheidung zugunsten von BMS bereut. Die Konstruktion ist sehr anspruchsvoll und wurde mit höchster Präzision und Professionalität umgesetzt.

FFF: Wer war für die Artworks samt Logo und die Innengestaltung des Tempels zuständig?
RH: Wir haben ein kleines Team aus festen und freien Mitarbeitern als Kreativzelle. Der Bestwiger Designer Christoph Vollmer und unser Architekt Gerd Scheer zählen dazu. Christophs großer Verdienst in der Entwicklung ist der Vorschlag einer aztekisch inspirierten Stumpfpyramide. Wir haben uns in der Ausgestaltung des Themas von großen Raves wie Thunderdome und von Filmen wie Madmax oder Waterworld inspirieren lassen.

FFF: Innerhalb des Tempels wurde ja an Licht- und Toneffekten nicht gespart. Welche Firma konnte für die Installation der Technik gewonnen werden und um welche Effekte handelt es sich im groben?
RH: Das haben wir mit der Firma L&G Showtechnic aus Meschede umgesetzt. Es handelt sich um Standardtechnologie wie PAR-Scheinwerfer, Stroboskope,  Gobos etc..  Durch die schnelle Bewegung des Round Up konnten wir hier mit gezielten Effekten, die sich die Eigenbewegung zu Nutze machen, sparsam bleiben. Das mussten wir auch,  da wir beim Soundsystem etwas kräftiger zugelangt haben.

FFF: Sound, ein gutes Stichwort! Die Fahrt wird begleitet von lauten bassgeladenen Technoklängen. Von wem wurde die Musik produziert? Rotersand oder in Eigenregie von Ihnen?
RH: Die Musik hat die Elektroformation Rotersand produziert, in der ich bekanntermaßen in meiner Freizeit aktiv bin.

FFF: Die Musik wurde also professionell produziert und abgemischt. In welchem Studio geschah dies letztendlich?
RH: In Gelsenkirchen im Studio 600, in der Nähe des SO4 Fanshops, in dessen Nähe man sich als Ruhrgebietler eher westlicher Provenienz sehr wohl fühlen kann.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!


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